Magento ist eine Onlineshop-Software und wurde in der Version 1.0 erstmals am 31. März 2008 als Open-Source-E-Commerce-Plattform veröffentlicht. Produziert wird Magento von der gleichnamigen Firma Magento (ehemals Varien) unter Zuhilfenahme des Zend Frameworks. Magento zählt laut einer Studie von W3Techs zu den meist verwendeten Onlineshopsoftwares (Stand 2020), wobei allerdings nicht klar ist, wie groß der Anteil der Version 2 gegenüber der Version 1 ist.

Die Magento Inc. war von Juni 2011 bis November 2015 eine hundertprozentige Tochter von eBay und gehört zur X.Commerce Business Unit. Am 2. November 2015 gab das Private-Equity Unternehmen Permira die Übernahme von Magento Inc. bekannt.
Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben weltweit 375 Mitarbeiter.

Im Juni 2018 wurde der vollständige Verkauf von Magento an Adobe Inc. bekannt gegeben.

Magento steht unter der Open Software License Version 3.0.

Am 17. November 2015 wurde Magento 2 mit neuer Software-Architektur, aber auf ähnlichem Technologiestack veröffentlicht.


Technik


Magento 1 basiert auf PHP in der Version 5.4 oder höher und verwendet in der Standardausführung MySQL für die Speicherung der Daten. Als Server wird ein Linux-Server (Linux x86, x86-64) benötigt.

Die aktuelle Version von Magento 2 (Version 2.3.x) benötigt:


  • Als Webserver: Apache 2.2 or 2.4 oder nginx 1.x (oder neuste mainline version)

  • PHP Version: 7.1.3 oder neuer, 7.2.x

  • MySQL: 5.6, 5.7 Kompatibel mit MySQL NDB Cluster 7.4.*, MariaDB 10.0, 10.1, 10.2, Percona 5.7 und weiteren Binärkompatiblen MySQL Servern

Neben PHP setzt Magento auf die Konfiguration per XML-Datei. Diese dient nicht nur zur allgemeinen Konfiguration der technischen Basis, sondern wird auch zur Konfiguration der Schnittstellen eingesetzt, um die Darstellung sowohl im Back- wie auch im Frontend anpassen zu können.


Cache-Backend


Magento ist in der Lage, mit unterschiedlichen Cache-Backends umzugehen. Im Wesentlichen sind diese:


  • Datei

  • Redis

  • Database

Ältere Versionen von Magento haben andere Backends wie Memcached unterstützt.

Als Fullpage-Cache kann auf die externen Dienste Varnish oder Redis oder das lokale Dateisystem zurückgegriffen werden.


Funktionen und Fähigkeiten


Site Management


Magento bietet die Möglichkeit, mehrere Shops mit eigenständigen Katalogen und Kundenstämmen auf unterschiedlichen Domains zu verwalten. Außerdem kann Magento mandantenfähig eingerichtet werden. Das heißt, auch im B2B-Umfeld ist es möglich, einem Kunden ein bestimmtes Produktsortiment anzubieten und einem anderen Kunden ein anderes Sortiment zu zeigen. Die Verwaltung erfolgt hierbei auf drei Ebenen bzw. Gültigkeitsbereichen (interne Bezeichnungen in Klammern):


  1. Website (website)

  2. Store (store group)

  3. Store View (store)

Die im Quellcode und in der Datenbank von Magento verwendeten Bezeichnungen unterscheiden sich von den im Backend sichtbaren Bezeichnungen. Diese internen Bezeichnungen sind in der Auflistung in Klammern angegeben.


Abwicklung von Bestellungen


In Magento können, ähnlich wie in einem Warenwirtschaftssystem, Bestellungen verwaltet werden. Eine Bestellung kann vollständig im Backend von Magento angelegt werden. Typischerweise wird sie aber vom Kunden über das Frontend erzeugt, in dem er Produkte in den Warenkorb legt, an der Kasse seine Rechnungs- und Lieferanschrift eingibt, die Zahlungs- und Versandmethode wählt und auf „Kaufen“ klickt. Bei Online-Zahlungen wird der Kunde nach dem Klick auf „Kaufen“ oft auf eine externe Seite weitergeleitet, wo er die Zahlung abschließen soll. Der Shop-Betreiber kann eine Bestellung verarbeiten, indem er (Teil-)Rechnungen, (Teil-)Lieferscheine und (Teil-)Rechnungskorrekturen erstellt, wodurch die Bestellung nach einem festen Schema den Zustand und damit den Status wechselt. Während Bestellzustände in Magento fest verankert sind, können einem Zustand ein oder mehrere Statuscodes zugewiesen werden. Durch manuelles Setzen des Status kann der Fortschritt der Verarbeitung einer Bestellung extern und intern feiner kommuniziert werden.


Magento Zusatzmodule


Die Standard-Funktionalität kann durch Erweiterungen externer Entwickler weiter ausgebaut werden. Entsprechende Module finden sich u. a. auf Magento Connect (für Magento1) und Magento Marketplace (für Magento2).

Ende 2009 standen etwa 1500 Extensions, teilweise kostenpflichtig, aus unterschiedlichen Bereichen (Administration, Zahlungs-, Versandmodule, Templates, Katalogerweiterung) zur Verfügung.


Geschichte


Die Arbeiten an Magento begannen im Januar 2007. Sieben Monate später, am 31. August 2007, wurde die erste öffentliche Betaversion herausgegeben.

Das deutsche Open-Source-Magazin T3N berichtete über Magento in der Dezember-Ausgabe 2007.

Im März 2008 wurde Magento bei der Konferenz Under the Radar: The Business of Web Apps conference vorgestellt und von den Besuchern zum Favoriten gekürt.


Editionen


Zurzeit werden folgende drei Editionen angeboten:


  • Magento Commerce (ehem. Enterprise Edition, Kosten: ab 15.550 USD pro Jahr mit Gold Level Support bzw. ab 49.990 USD pro Jahr mit Platinum Level 24/7-Support)

  • Magento Commerce Cloud (ehem. Enterprise Cloud Edition)

  • Magento Open Source (ehem. Community Edition, kostenlos, Open-Source-Lizenz OSL 3.0, ohne Support)

Die im Jahr 2010 vorgestellte Professional Edition wurde zum 1. Februar 2012 eingestellt. Den Professional-Edition-Kunden wurde der Erwerb einer Dauerlizenz oder Umstieg auf die Enterprise Edition zu vergünstigten Konditione


























Ich stimme der Verwendung von Cookies für die Zwecke der Webanalyse und digitaler Werbemaßnahmen zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung. Meine Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen. Weitere Informationen finde ich in der Datenschutzerklärung.

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close